Vision Picking von Teamviewer in der Google Cloud: Augmented Reality für Shopping

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Teamviewer und Google verkündeten vor Kurzem ihre Kooperation, die sich aller Voraussicht nach auch auf zukünftige Projekte erstrecken wird. Aktuell geht es um die Erleichterung der Lagerhaltung: Das Order Picking wird über die Google Cloud gesteuert, dies alles unter Zuhilfenahme der VR-Brille Google Glass sowie der Software zum Assisted Order Picking, die direkt aus der Frontline-Suite heraus gesteuert werden kann. Sowohl Teamviewer als auch Google geben sich nach zahlreichen Probeläufen zuversichtlich: Die Effizienz im Lager wird sich um bis zu 40 Prozent steigern lassen!

Teamviewer & Google: Neues Shopping durch Kooperation

Das Einkaufsverhalten der Menschen hat sich gewandelt. Sie wollen nicht mehr nur im Ladengeschäft einkaufen. Sie wollen auch nicht einfach online die gewünschten Artikel auswählen und einige Tage später die Bestellung in den Händen halten. Vielmehr muss alles besonders schnell gehen, die Lieferung soll am besten noch am gleichen Tag, spätestens aber morgen vor der Tür stehen. Die Produkte müssen erlebbar sein, was bedeutet, dass sie von allen Seiten begutachtet werden müssen. Auch wenn sie nicht direkt ausprobiert werden können, so sollte ein Shopping Erlebnis im Internet zu einem wahren Erlebnis werden.

An dieser Stelle kommt die Technik ins Spiel, die sich auf Errungenschaften stürzt, an denen schon seit Jahrzehnten geforscht wird. Große VR-Brillen kennt jeder, der sich einen Film aus den 80er oder 90er Jahren ansieht. Diese Brillen wurden in den 2000ern überall populär, weil sie für diverse Games eingesetzt werden konnten. Doch den großen Durchbruch konnten VR-Brillen dennoch nicht hinlegen, was auch Google mit seiner VR-Brille Google Glass zu spüren bekam.

Google Glass floppte, als die Brille auf den Markt kam, es gab nur ein ungenügendes Interesse. Doch ehe die VR-Brille völlig in der Versenkung verschwinden konnte, kam Teamviewer auf die Idee zu einem gemeinsamen Projekt. Warum sollte nicht Google die VR-Brille Google Glass beisteuern und Teamviewer die Augmented Reality Lösung, mit der sich der Einzelhandel am Ende ganz neu ausrichten lässt? Mit der sich das Shopping Erlebnis der Kunden eines Unternehmens völlig neu definieren lässt?

Gesagt, getan und so kamen Teamviewer und Google zusammen, um mithilfe von Augmented Reality das neue Shopping in die Google Cloud zu bringen. Ansprechpartner ist dabei zuerst einmal der Einzelhandel, der ein wenig Unterstützung auf dem Weg zur Digitalisierung durchaus nötig hat. Sowohl Teamviewer als auch Google haben das Problem erkannt und sorgen mit ihrer Augmented Reality Lösung für eine neue Form des Order Pickings.

Mithilfe von Google Glass bekommen die Mitarbeiter im Lager alle nötigen Informationen angezeigt, auf deren Basis sie eine Bestellung zusammenstellen können. Es gilt hier schon längst nicht mehr, die besten Methoden für das Order Picking zu finden, sondern das Vision Order Picking wurde längst als beste Methode erkannt.

Dieses wird beispielhaft in dem folgenden Video vorgestellt:

Video: Amware Voice Picking

Durch die Digitalisierung werden Unternehmen des Einzelhandels marktfähiger, sie werden schneller und bearbeiten Bestellungen effizienter. Das wiederum zieht eine verbesserte Kundenzufriedenheit nach sich. Beim Shopping können die Kunden die entsprechenden Produkte bereits vor dem eigentlichen Kauf erleben. Für den Mitarbeiter im Lager bedeutet das Assisted Order Shopping eine deutliche Erleichterung und die Reduzierung möglicher Fehlerquellen.

Die Verfahrensweise ist dabei ganz einfach: Der Mitarbeiter setzt die VR-Brille Google Glass auf und sieht so alle wichtigen Informationen angezeigt. Er findet den Weg zu dem besagten Produkt, bekommt weitere Hinweise zum Produkt und zur Bestellung. Beide Hände sind dabei frei, denn diese tragen nur einen Ring, der als Scanner für die bestellte Ware fungiert. Diese kann direkt aus dem Regal genommen und verpackt werden.

Teamviewer & Google: Weiterführung von Vision Order Picking

Die von Teamviewer und Google vorgestellte Lösung basiert auf den bisherigen Errungenschaften zum Vision Order Picking. Dabei wird auf eine Datenbrille gesetzt, auf der alle relevanten Informationen eingeblendet werden. Die Software ist intuitiv zu bedienen und arbeitet unabhängig von der Hardware. Beim Vision Picking wird der Lagermitarbeiter zum aktuellen Standort des benötigten Produkts geschickt, wobei die Software geschickt den besten und kürzesten Weg berechnet.

Beim Voice Order Picking kommt noch hinzu, dass der Mitarbeiter über ein Headset selbst wichtige Details nennen kann. Entnimmt er das letzte Produkt aus dem Regal, wird die Nachbestellung in die Wege geleitet, was natürlich auch schon vorher geschehen kann. Auch andere Informationen rund um die Produkte im Lager lassen sich auf diese Art und Weise festhalten.

Das durch Teamviewer und Google ermöglichte schnellere Order Picking hat für den Einzelhandel zahlreiche Vorteile:

  • höhere Geschwindigkeit bei der Kommissionierung
  • freihändiges Zusammenstellen der Bestellungen möglich
  • immer sichtbare Informationen und Hinweise
  • schnelle Implementierung der Software
  • unabhängig von der Hardware einzusetzen
  • geringere Fehlerquoten
  • mehr Flexibilität
  • höhere Effizienz

Wie hoch die Effizienz, die von Teamviewer und Google mit 15 bis 40 Prozent angegeben wird, wirklich ist, hängt davon ab, wie effizient der Lebensmittel- oder Einzelhandel vorher gearbeitet hat. Ein Unternehmen, das besonders ineffizient war, wird natürlich von einer deutlichen Verbesserung durch den Einsatz von Augmented Reality Lösungen profitieren. Ein anderes Unternehmens, welches bereits auf Vision oder Voice Order Picking gesetzt hat, wird eine eher geringere Steigerung der Effizienz verzeichnen können.

Teamviewer war bereits vorher als Vertreter für Remote-Connectivity-Lösungen bekannt und entwickelte diese im eigenen Haus. Die Fernwartung war das hauptsächliche Standbein. Doch dann kam Corona und mit der Pandemie änderte sich auch das Einkaufsverhalten der Nutzer. Unternehmen im Lebensmittel- und Einzelhandel wurden vor die Herausforderung gestellt, das Shopping zu verbessern, wozu Google Glass und die Google Cloud die idealen Voraussetzungen boten. So lag es nahe, dass Teamviewer die bisherigen Errungenschaften im Bereich von Augmented Reality verwendete und das Order Picking mit Hilfe von Google neu definierte.

Vision Picking von Teamviewer in der Google Cloud: Augmented Reality für Shopping ( Foto: Shutterstock- Zapp2Photo )

Vision Picking von Teamviewer in der Google Cloud: Augmented Reality für Shopping ( Foto: Shutterstock- Zapp2Photo )

Google & Teamviewer als Partner: Google Cloud als Datensammelstelle?

Viele Unternehmen, die die Lösung von Google und Teamviewer anwenden, fragen sich zu Recht, ob sie damit einer Datensammlung freien Lauf lassen, die wiederum zu einem Unsicherheitsfaktor für das gesamte Unternehmen werden könnte. Doch Google und Teamviewer können die Anwender beruhigen: Zugriff auf die gespeicherten Daten erhält nur Google selbst, Teamviewer hingegen besitzt keine Möglichkeit, die in der Google Cloud erfassten Daten einzusehen oder zu nutzen.

Vielmehr werden Daten über die Umgebung gesammelt, die jedoch für keinerlei Verwertung zur Verfügung stehen. Bei diesen Daten geht es einzig und allein darum, den jeweiligen Kommissionierauftrag zu erfüllen. So werden die jeweiligen Daten orts- und zeitabhängig sowie abhängig vom Kontext angezeigt.

Über eine Kamera mit Bilderkennungssoftware kann die Position, die der Kommissionierer individuell hat, erkannt werden. Damit ist es möglich, wichtige Parameter aus der Umgebung in die Berechnung des idealen Weges innerhalb des Lagers einzubeziehen. Virtuelle Objekte können eingebracht werden und zum Beispiel als Pfeile auf das richtige Lagerfach deuten.

Der Kommissionierer arbeitet ebenfalls mit Daten und gibt die verschiedenen Vorgänge sowie den Nulldurchgang ein. Hier kommt der Ring am Finger des Kommissionierers zum Einsatz, der das Scannen der einzelnen Daten zu den Produkten übernimmt. Diese können nun einfach genommen und verpackt werden.

Teamviewer und Google stellen damit eine Lösung bereit, mit deren Hilfe ein freihändiges Arbeiten möglich ist und das vor allem durch die gebotene Sicherheit der Daten punktet. Denn: Laut Teamviewer und Google sind die Daten in der Cloud geschützt und es ist für Dritte nicht etwa möglich, anhand der Daten zu den im Lager zurückgelegten Wegen Rückschlüsse auf das Unternehmen zu ziehen.

Auch in Zukunft wollen Teamviewer und Google zusammenarbeiten und weitere Bereiche dabei unterstützen, digitaler zu werden. Aktuell sind sich Google und Teamviewer einig und möchten vor allem Lieferprozessketten- und Projektmanagementprozesse unterstützen. Auch in der Fertigung werden sich Augmented Reality Lösungen von Teamviewer und Google implementieren lassen.

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Über den Autor

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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