Performance-Messungen im Echtzeitbetrieb
Einen Ausweg aus diesem Dilemma eröffnen jetzt softwarebasierte Analysetools, die eine lückenlose Echtzeit-Überwachung von MPLS-Netzen ermöglichen und auf diese Weise helfen, die wahren und zuweilen verdeckten Ursachen für Performanceprobleme im WAN aufzuspüren.
Immer mehr Anwendungen, angefangen bei der Telefonie über die Videoüberwachung bis hin zum Warenwirtschaftssystem, werden in Weitverkehrsnetzen heute flächendeckend als Services bereitgestellt. Der Zugriff in den Niederlassungen auf die Applikationen erfolgt über das Internet. Noch vor wenigen Jahren konnten sich allenfalls Großunternehmen breitbandige Verbindungen zwischen den Standorten leisten. Doch mit dem Ausbau des Web wurden neben den reinen Internetzugängen auch hochwertige Verbindungen zwischen Standorten erschwinglich. Möglich wurde dies vor allem durch das Multiprotocol Label Switching (MPLS).
Indes, werden die Wege zwischen Client und Server länger, weil die IT-Systeme in die Rechenzentren zurückverlagert werden, erhöhen sich die Laufzeiten der Daten durch das Internet. Die Folge: Die Performance geht vor allem bei ressourcenintensiven Anwendungen nach unten - mitunter selbst dann, wenn das Netzwerk gerade erst komplett neu aufgesetzt wurde. Die Fehlersuche gestaltet sich schwierig, vor allem, wenn der Datenverkehr über Strecken geleitet wird, die unterschiedlichen Providern gehören. Dass nur selten verwertbare Daten über die kritischen Sitzungen vorliegen, macht die Fehlersuche nicht gerade leichter.
"Viele IT-Verantwortliche vermuten, dass die Internetverbindung überlastet ist, weil fluss-kritische Anwendungen wie etwa IP-Telefonie und Video Conferencing mit bandbreiten-hungrigen Diensten um Ressourcen im gleichen Netz konkurrieren", weiß Günther Haag, Geschäftsführer der Stemmer GmbH. Er kennt die Situation aus unzähligen Projekten, bei denen die Kunden den Rat des High-End-Systemhauses einholten. Der IT-Dienstleister mit Sitz im bayerischen Olching und mehreren Niederlassungen im In- und Ausland ist seit gut drei Jahrzehnten im Geschäft und betreut IT-Projekte in Firmennetzen mit bis zu 150 000 Nutzern.
Tatsächlich liegt der Schlüssel zu den Problemen in vielen Fällen auch bei den Anwendungen, stellen diese doch teilweise recht hohe Anforderungen an Bandbreite bzw. Latenz. Echtzeit-applikationen wie IP-Telefonie- oder Videokonferenzsysteme etwa reagieren extrem sensibel auf Varianzen bei der Latenz, der Datendurchsatz ist dagegen weniger wichtig für die Per-formance. Genau spiegelbildlich verhält es sich bei Filetransfers und Dateidownloads. An-wendungen wie SAP und Oracle wiederum stellen hohe Anforderungen an beide Parameter.
Hakt es bei der Performance der Anwendungen, holen sich die IT-Verantwortlichen erst ein-mal die Daten der Firewalls auf den Schirm. Denn nicht selten rühren die Probleme von nicht autorisierten Applikationen, die von den Usern installiert werden. Vergleichsweise einfach gestaltet sich die Fehlersuche auch dann, wenn neue Applikationen nicht richtig aufgesetzt wurden. Doch was, wenn die Performanceprobleme ihre Wurzeln gar nicht im Unternehmen selbst haben, sondern beim Provider? "Auf Versäumnisse der Netzbetreiber tippen die wenigsten IT-Verantwortlichen", weiß Stemmer-Geschäftsführer Haag. "Schließlich glaubt man in den Service Level Agreements alle flusskritischen Parameter wie Bandbreite, Latenz und Verfügbarkeit der MPLS-Verbindung umfassend geregelt zu haben."
Die Sicherheit, in der sich die IT-Verantwortlichen wiegen, erweist sich indessen allzu oft als trügerisch. Denn entgegen der landläufigen Meinung garantieren SLAs nicht automatisch eine hohe Performance der Anwendungen, die via MPLS übers Netz in den Filialen bereitgestellt werden - und zwar selbst dann nicht, wenn sie - angeblich - überwacht werden. Denn in der Regel beruhen die Vereinbarungen mit dem Provider auf ungenauen Performance-messungen: Bewusst oder unbewusst ist die Zahl der Messpunkte vielfach zu gering, als dass die Messwerte ein vollständiges Bild der tatsächlichen Performance ergeben.
Die gute Nachricht: Moderne Analysetools haben mittlerweile ein Leistungsniveau erreicht, das den gestiegenen Ansprüchen der Firmenkunden an die Verbindungsqualität der Provider durchaus Rechnung trägt. Stemmer etwa spürt den Performanceproblemen seit geraumer Zeit mit den Produkten von Fluke Networks nach. Die US-Softwareschmiede versorgt Unternehmen unter anderem mit innovativen Lösungen für das Testen, Überwachen und Analysieren von Daten- und Telekommunikationsnetzen.
‚NetFlow Tracker‘ etwa eröffnet detaillierte Einblicke in den Datenverkehr im Firmennetz - und das im Echtzeitbetrieb. Alexandrine Blepp, Central Europe Consulting-Verantwortliche bei Fluke Networks, erklärt die Besonderheit der Lösung: "Wir bringen in das Netzwerk nicht ein zusätzliches Protokoll oder eine zusätzliche Software ein, sondern lesen schlicht und ergreifend die Daten aus, die ohnehin schon im Netzwerk vorhanden sind." Dazu wertet die Analysesoftware die Header der verschickten Datenpakete aus. In diesen Files steht beispielsweise, wann ein Datenpaket verschickt wurde, wo es Verzögerungen gab und so weiter. Alle Informationen werden in eine Datenbank übertragen.
Da es sich um eine reine Softwarelösung handelt, ist eine umfassende und dabei zugleich kostengünstige Bewertung und Erfassung des kompletten Datenverkehrs zwischen Rechen-zentrum und Außenstellen im Livebetrieb möglich. Darüber hinaus lassen sich mit dem Analysetool Langzeitstatistiken erstellen, die die Kapazitätsplanung erleichtern. Nicht zuletzt haben die IT-Verantwortlichen ein wirkungsvolles Instrument zur SLA-Qualitätskontrolle in der Hand. "Mit ‚NetFlow Tracker‘ können wir den IT-Verantwortlichen im Unternehmen ungeschönte, neutrale Informationen liefern, die wirklich helfen, Performanceproblemen im Firmennetz auf den Grund zu gehen", fügt Blepp hinzu.
Stemmer hat mit den Fluke-Lösungen durchweg gute Erfahrungen gesammelt: "Dank der Reports konnten unsere Kunden ihren Providern eine hieb- und stichfeste Ursachenanalyse vorlegen. Bis dahin hatten die Netztreiber die Verantwortung meist weit von sich gewiesen, wenn man sie auf Performanceprobleme ihrer Leitungen angesprochen hat. Nun haben unsere Kunden völlig andere Verhandlungsgrundlagen", freut sich Stemmer-Geschäftsführer Haag. Und ganz nebenbei haben sich die internen Zeiten für das Lokalisieren und Beheben eines Supportfalles beträchtlich reduziert. Das schont das ohnehin knapp bemessene Zeitbudget der IT-Verantwortlichen - und das Nervenkostüm aller Beteiligten obendrein.
Quelle: Pressemeldung Stemmer GmbH
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